"Shikata ga nai" – nichts zu machen ?
Doch, zum Beispiel selbst aus der Atomenergie aussteigen !
Seit nunmehr 13 Tagen blicken wir schockiert, beängstigt und gebannt auf das Unglücksgeschehen in Japan, gedenken der Opfer von Erdbeben und Tsunami und hoffen inständig, dass der atomare Super-GAU in Fukushima nicht nur den Japanern, sondern uns allen erspart bleibt.
Wir verfolgen die Berichterstattung auf allen Kanälen und drücken den vor Ort verzweifelt gegen die drohende Katastrophe vom Ausmaß Tschernobyls ankämpfenden Hilfskräften, Mitarbeitern und Feuerwehrleuten die Daumen, dass es Ihnen gelingen möge, Stromversorgung und Kühlsysteme wieder zum Laufen und das Geschehen unter Kontrolle zu bringen.
In Anbetracht der gänzlich unbefriedigenden Informationspolitik der Verantwortlichen in Japan und der sich abwechselnden, zaghaft-optimistischen und dann wieder bedrohlich-skeptischen Meldungen aus den Unglücksreaktoren fällt es allerdings zunehmend schwer, zu glauben, der GAU könne noch einen halbwegs glimpflichen Ausgang nehmen.
Während das atomare Unheil in Form des erneut Realität gewordenen sog. „Restrisikos“ seinen Lauf nimmt, hat sich die Bevölkerung Japans offensichtlich in Ihr Schicksal ergeben ("Shikata ga nai" – "nichts zu machen").
Ob dies nun der vielzitierten japanischen Mentalität oder dem unmittelbaren Eindruck des Geschehens vor Ort geschuldet sein mag, kann und soll hier nicht beurteilt werden.
Was wir beurteilen können, ist bspw. der Umgang der deutschen und europäischen Politik mit dem wieder hochbrisanten Thema, welcher im Falle Deutschlands leider insbesondere auch unter wahltaktischen Gesichtspunkten betrachtet werden muss, wie wir an anderer Stelle bereits zum Ausdruck gebracht hatten.
Darüber hinaus können wir unseren Wunsch und Willen nach einem Ausstieg aus der Atomenergienutzung in Form von Demonstrationen, Kundgebungen, Petitionen, Mahnwachen etc. kundtun, um die Politik zu einem tatsächlichen Umdenken zu bewegen.
Wir können uns heute, anders als noch in den frühen 80er-Jahren, außerdem der Möglichkeiten der sozialen Medien bedienen, um dem Protest Gehör zu verschaffen; insoweit sei uns der Hinweis bspw. auf unsere Facebook-Page „Gegen Atomkraft“ erlaubt, welche seit dem Frühjahr 2010 auf inzwischen über 80.000 Mitglieder angewachsen und damit die größte im deutschsprachigen Raum ist.
Wir können im weiteren versuchen, mittels Stimmzettel bei den nächst anstehenden Wahlen auf die Politik einzuwirken, in der Hoffnung, gegebenenfalls wechselnde Regierungen werden die erforderliche Durchsetzungskraft aufbringen, den Ausstieg zu bewerkstelligen.
Letzteres kann schließlich (fast) jeder einzelne auch selbst tun, indem er sich Gedanken über seinen eigenen Stromanbieter macht und diesen, sofern noch nicht geschehen, wechselt.
Es gibt derzeit vier Stromanbieter, welche tatsächlich und ausschließlich Ökostrom ohne jeden Atomstromanteil anbieten und im übrigen auch nicht mit anderweitigen Kontingenten handeln:
Die Stiftung Warentest stellte hierzu bereits vor der Katastrophe in Japan fest:
"Wer mit der Wahl eines Stromtarifs ein Zeichen für Klimaschutz und Energiewende setzen will, sollte einen Anbieter wählen, der ausschließlich umweltschonend erzeugten Strom verkauft. Im Test sind das EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom."
Zum Thema Stromwechsel empfehlen wir bspw. „atomausstieg-selber-machen.de“, welche vom Deutschen Naturschutzring e.V. betrieben wird.
Eine Übersicht über die empfehlenswerten Anbieter und deren Tarife nebst Antragsformularen zum Stromwechsel finden Sie hier:
Ab 1. Januar 2011 gelten folgende Preise. Die Preise enthalten alle Steuern und Abgaben, es kommen keine weiteren Kosten auf Sie zu.
| Anbieter | Grundpreis pro Monat | Verbrauchspreis pro kWh |
|---|---|---|
| EWS Schönau |
6,90 € | 23,90 ct/kWh |
| Greenpeace Energy |
8,90 € | 24,80 ct/kWh |
| Lichtblick |
8,95 € | 23,64 ct/kWh |
| Naturstrom (Preis für Neukunden) |
7,95 € | 21,25 ct/kWh |
EWS Schönau, Greenpeace Energy und Naturstrom bieten eine Preisgarantie bis 31.12.2011, jeweils vorbehaltlich Erhöhungen von Steuern und gesetzlichen Abgaben. Alle Angaben ohne Gewähr.
Teuer ? Finden wir nicht !
Ökostrom gilt vielen noch als teuer; es obliegt jedem selbst, durch Preis- und Tarifvergleich zu überprüfen, ob das überhaupt zutrifft.
Gleichfalls möge jeder selbst bedenken, ob nicht Wind-, Wasser- und Sonnenenergie langfristig stabile Preise sichern, da solche erneuerbaren Energie zumindest ohne Brennstoff auskommen und zudem hohe Folgekosten von Atommüll und Klimawandel vermeiden können – vom angeblich so geringen „Restrisiko“ ganz zu schweigen…
Tags: Atomkraft, Ausstieg, Fukushima, Greenpeace, Japan, Ökostrom, Stromanbieter





