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Mrz

Atomkraft nach Fukushima : Bleibt (k)ein Stein auf dem anderen ?

Diese Frage scheint sich zu stellen, seit am vergangenen Freitag das stärkste jemals in  Japan gemessene Erdbeben mit einer Stärke von 9,0 die Nordostküste des Landes erschütterte und ein gewaltiger Tsunami nicht nur Küste, Städte und Landstriche verwüstete, sondern zunächst auch das Kühlsystem eines der insgesamt 6 Reaktoren des 250 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen Atomkraftwerk Fukushima 1 beschädigte.

Infolge des hierdurch sinkenden Kühlwasserpegels ruft die japanische Regierung den atomaren Notstand aus und beginnt mit der Evakuierung der ersten Anwohner des Kraftwerks 

Bereits am folgenden Samstag sorgt eine schwere Explosion im Reaktorgebäude für den Austritt von Radioaktivität.

Nach Betreiberangaben sei zwar die Sicherheitshülle des Reaktors nicht beschädigt, allerdings können auch die Behörden nicht mehr ausschließen, dass es zur gefürchteten Kernschmelze kommen könne.

Der Evakuierungsradius um das beschädigte AKW wird auf 20 KM erweitert

Seither erschüttern und beängstigen die unaufhaltsam eingehenden Schreckensmeldungen und Fernsehbilder über weitere schwere (Wasserstoff-) Explosionen, welche dicke weiße Rauchsäulen über dem Reaktor zeigen, welcher nach Betreiberangaben gleichwohl noch immer intakt sein soll…  

Schwer zu glauben angesichts der weiteren Nachrichten über den völligen Zusammenbruch der Kühlsysteme und der Versuche, den Kühlkreislauf mittels eingepumptem Meerwasser aufrechtzuerhalten

Schließlich warnt die japanische Regierung nunmehr erstmals vor einer „Gesundheitsgefährdung“ durch erhöhte radioaktive Strahlung, welche um die Anlage Fukushima 1 „beträchtlich gestiegen“ sei, während auch in Tokio bereits leicht erhöhte Strahlenwerte gemessen werden.

Auch angesichts der hierzulande offenbar noch nicht gänzlich verschütteten Erinnerung an den Super GAU in Tschernobyl im Jahre 1986, regt sich unmittelbar Angst und Empörung in der Bevölkerung auf der einen Seite, welche offenbar mit der Angst der Regierungspolitiker vor dem drohenden Machtverlust bei den anstehenden Landtagswahlen zunächst in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg korrespondiert.

Dieser Machterhaltungsinstinkt jedenfalls scheint plötzlich Berge versetzen zu können, zumal die Parteien des Ausstiegs aus dem Atomausstieg letzteren mittels des von Kanzlerin Merkel heute verkündeten „Moratoriums“ scheinbar auf den (Sicherheits-) Prüfstand zu stellen bereit sind.

Diese abrupte Abkehr vom bisherigen Atomkurs zeugt bei näherem Hinsehen unseres Erachtens insbesondere von hektischem Aktionismus, gepaart mit dem unbedingten Willen, der zu befürchtenden Protestwelle einschließlich der möglichen Abstrafung an der Wahlurne möglichst viel an Schwung zu nehmen, wenngleich dies angesichts der Meldungen und Bilder aus Japan einerseits und dem spätestens seit Stuttgart 21 erwachten Renitenzpotential breiter Bevölkerungs- und Wählerschichten andererseits von vornherein aussichtslos erscheinen mag. 

Die Empfindungen der Bürger finden selbstverständlich auch in diesem Zusammenhang wirkungskräftige Äußerungs- und Verbreitungsplattformen in den sozialen Netzwerken, wie sich beispielsweise auf unserer Facebook-Partnerseite „Gegen Atomkraft“ zeigt, welche zwar bereits seit knapp über einem Jahr existiert und deren ohnehin bemerkenswertes, organisches Wachstum seit der Katastrophe in Japan förmlich explodiert.

Wir sind auf die weitere Dynamik der Entwicklung hierzulande gespannt, zumal sich ein jeder selbst fragen kann, was uns Kanzlerin Merkel wohl damit sagen will, wenn sie meint, die Lage werde nach Ablauf des dreimonatigen Moratoriums eine andere sein, während bspw. der baden-württembergische Ministerpräsident Mappus nicht nur bange auf die Landtagswahl am 27.03.2011, sondern auch auf die weitere Kursentwicklung der EnBW blicken dürfte, mit deren zu erwartenden Dividenden er die Zinskosten des von ihm am Landtag vorbei eingefädelten Aktienrückkauf-„Coups“ begleichen will.  

Dabei sollte die tragische Katastrophe doch vielmehr zu mindest eines bewirken:

Ein tatsächliches Nach- und Umdenken in der Energiepolitik, -wünschenswerter Weise so frei als möglich von Lobby-Einflüsterungen-, zum Wohl und zur Sicherheit von Mensch und Natur.

Dann wären die in Japan zu beklagenden, traurigen Opfer jedenfalls nicht völlig nutzlos erbracht  worden.

 

Bildquelle: http://www.hersfelder-zeitung.de

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    4 Kommentare für “Atomkraft nach Fukushima : Bleibt (k)ein Stein auf dem anderen ?”

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