17
Dez

„Mehr nachhaltiges Wirtschaften“ – G20 – gut auf dem Papier …

Kultur Kreative - G20Wieder eine „Schnittmarke“, eine „entscheidende Richtung“, die eingeschlagen wird, unter vielfachem Bemühen der „Nachhaltigkeit“ und von „Investitionen in die Zukunft“. Dieser Tage besonders beliebt: Angela Merkels „Charta für nachhaltiges Wirtschaften“, gerne auch per Video gepostet (wer mag spult vor bis etwa 3:00).

Regeln gegen Marktexzesse, gegen Korruption oder für eine verbesserte Zusammenarbeit in Steuerangelegenheiten gehen teilweise in die richtige Richtung, teilweise werden es Lippenbekenntnisse bleiben, doch nachhaltig ist das nicht.

Im Weiteren kommt Punkt 6 der Charta für nachhaltiges Wirtschaften etwas zynisch daher: „Bei der Bewältigung der Weltwirtschaftskrise sind auch die Interessen der Entwicklungsländer zu berücksichtigen: ‚Wirtschaftswachstum kann ohne sie nicht auf Dauer generiert werden.’“

Nachhaltig im ökologischen Sinne wäre es bspw., Wirtschaftsunternehmen wie den amerikanischen Saatguthersteller Monsanto am globalen Vertrieb seines gentechnisch veränderten Staatgutes zu hindern, heimische Produkte und Anbaumethoden zu fördern und so das zunehmende Monopol Monsantos über die globale Landwirtschaft einzudämmen.

Nachhaltig im ökonomischen Sinne wäre es bspw. Wasserressourcen nicht an Nestlé oder Coca Cola zu verkaufen, die so in der Lage sind auf billigste Art und Weise und ohne Auflagen ihre Produkte herstellen, so dass aufgrund eines drastisch gesunkenen Grundwasserspiegels und ausgetrockneter Brunnen Einheimische dazu gezwungen sind, Wasser in Flaschen von besagten Unternehmen zu kaufen.

Und – um die Dreifaltigkeit der Nachhaltigkeit zu komplimentieren – wäre es sozial nachhaltig Gleichberechtigung in autoritären Regimes und defekten Demokratien wie den Philippinen, Sri Lanka, Bangladesch etc. zu fördern, so dass auch die bisher ausgeschlossenen Frauen und Mädchen mit ihrem Potential am sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand partizipieren können.

Doch liest man die Charta der Nachhaltigkeit, bekommt man das Gefühl, dass hier Nachhaltigkeit mit Stabilität verwechselt wird. Stabiles Wachstum, stabiles Zusammenwachsen, stabiles Wirtschaften … Dabei heißt Nachhaltigkeit doch, dass ein System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt, ohne dass es schädigende Auswirkungen auf andere Systeme aufweist.

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